Deutscher Digital Award – Was soll man davon halten?

  • <div class="ironie">


    Hallo zusammen,


    bislang habe ich eigentlich gedacht, einiges vom Thema HTML, CSS und JavaScript zu verstehen. Diese drei Code-Arten halte ich für eine unumgängliche Voraussetzung für jeden, der beruflich Webseiten aufbauen will.


    Seit ich mir gestern abend aber mal den Auftritt des Deutschen Digital Award etwas genauer angeschaut habe, zweifle ich allerdings an meiner eigenen Kompetenz. Ich blicke nämlich beim Quellcode dieser Seite absolut nicht durch. Wenn ich selber code, dann sieht das meistens alles viel leichter lesbar und damit weniger anspruchsvoll aus. Ich verstehe auch nicht, warum es für die Macher dieser Seite sinnvoll gewesen ist, große Teile des Inhalts (z. B. den Terminplan mit Einreichungsstart usw.) als Pixelbild anzulegen.


    Dass die Leute, die den Deutschen Digital Award betreuen, einen absolut fantastischen Webauftritt haben steht natürlich außer Frage. Schließlich geht es beim Deutschen Digital Award doch um digitale Medien und man sollte doch davon ausgehen, dass solche Leute ihr Handwerk verstehen. Das Problem kann also nur auf meiner Seite liegen.


    Weitere Lücken, die ich bei mir erkannt habe:

    • Bei dieser Bildergalerie wurde mir klar, dass Flash noch längst nicht tot ist und es derzeit keine vernünftigen Möglichkeiten gibt mit HTML und CSS brauchbare Bildergalerien aufzubauen.
    • Auch, dass man CSS grundsätzlich für jede einzelne Unterseite separat anlegen und in die HTML-Datei einbaut, ist eine Technik, die ich bislang noch nicht kannte.
    • Semantik ist was für Nerds, die zu faul sind ganze Wochenenden damit zu verbringen, immer und immer wieder Unterseite für Unterseite zu überarbeiten bis das Ergebnis auf dem 27-Zoll-iMac der Werbeagentur (und auch wirklich nur dort) gut ausschaut.
    • Wenn ich mir die Dinge anschaue, welche von den Gewinnern produziert wurden, dann wird mir endlich klar, dass eine schnell begreifbare und gute Orientierung den User langweilt. Die zweieinhalb Stunden, die er sich Zeit genommen hat um die Seite auf sich wirken zu lassen will er schließlich mit spannenden Suchaufgaben beschäftigt sein. Inhalte sind ja nun einmal auch kaum bis gar nicht vorhanden.
    • Insbesondere der Gewinner Teye von Denkwerk (http://teye.denkwerk.com/#) machte mir deutlich, wie veraltet meine Hardware ist. Ich benötige ganz dringend einen neuen Monitor, der nach unten länger ist, um auch den unteren Teil von Webseiten, die sich nicht scrollen lassen, betrachten zu können.

    Wie ist das bei euch? Wart ihr bereits auf dem Stand der Kompetenzgiganten vom Deutschen Digital Award oder habt ihr da ebenfalls Lücken? 8|


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  • Ja, richtig! Mein Beitrag ist ironisch gemeint.


    Was ich mich aber wirklich frage ist: Teilt Ihr meine Ansicht, dass dieser Webauftritt und die von der Juri ausgewählten Gewinner schlicht und einfach indiskutabel sind? Es gab vor einigen Jahren mal einen interessanten Beitrag in dem jemand fachlich versiertes den Deutschen Multimedia Award etwas kritischer unter die Lupe genommen hat. Ich glaube, dass sich beim Deutschen Digital Award, der offenbar der Nachfolger des Deutschen Multimedia Awards ist, nicht viel gebessert hat.


    Ich muss zugeben, ich war früher mal total fasziniert von den ganzen Preisen, die sich so manche Kreativwerkstatt geholt hat aber inzwischen sehe ich das etwas nüchterner. Es fällt mir zunehmend schwerer, Designer und Kreative noch ernst zu nehmen und Leute aus dieser Branche nicht von vornherein als ahnungslose Schaumschläger zu betrachten.


    Wenn ein Bauunternehmen so arbeiten würde wie eine Werbeagentur, dann würde der Inneneinrichter zunächst auf der grünen Wiese Tapeten aufspannen und Teppichböden verlegen. Architekt und Handwerker dürften sich anschießend damit befassen, Gemäuer und Fundament vorsichtig um die genialen Einfälle des Einrichters herum zu ziehen ohne den Bauherrn, der schon mal eingezogen ist, mit Lärm oder Dreck zu belästigen.

  • Ich teile deine Ansichten da durchaus. Ich habe den Eindruck, viele Designer legen nur noch Wert auf möglichst Ausgefallenes. Grundlagen werden völlig außer Acht gelassen.


    Zu deutschen "Preisen" die sich mit Informationstechnologie beschäftigen sage ich nur: "Das Internet ist für uns Neuland!"


    Deutschland hat viele Firmen die Großartiges im Bereich Soft- und Hardware liefern. Deutschland selbst leistet dazu keinen geringeren Beitrag als einen Stein nach dem anderen in den Weg zu legen. Wenn ic hmir die Seite von dem Award und die Seite vom Anbieter dieses Award's ansehe, weiß ich doch bereits, dass es nur ein schlechter Scherz sein kann.


    Bewerten muss man so etwas auch nicht.


    Alles Schwachsinn wenn man mich fragt.

  • http://www.onlinestar.de/onlinestar-home.html


    Das Erscheinungsbild des optisch wenig ansprechenden potthässlichen Auftritts vom Onlinestar täuscht: Was auf dem ersten Blick wie die unbeholfen zusammengeklickte Internetpräsenz eines Taubenzüchtervereins wirkt, entpuppt sich bei einem Blick in den Quellcode schnell als eine Art Kunstprojekt. Zumindest hoffe ich dass diese massive Anhäufung gröbster handwerklicher Fehler und Missachtungen üblicher Standards bewusst erfolgt ist und nicht einfach nur aus Unkenntnis. Ansonsten würde ich dem DMMA-Team empfehlen, sich beim nächsten Mal ihren Webauftritt von jemandem machen zu lassen, der auch beruflich mit dem Thema Webdesign zu tun hat.

  • Es lässt mich einfach nicht los: Ich hab mir heute mal aus dem Pressebereich des onlinestar die CMYK-Version dieses onlinestar-Logos heruntergeladen und angeschaut. Ich kann langsam nur noch mit dem Kopf schütteln. Diese Leute sind zu blöde, das Schwarz in ihrem Logo ganz einfach als druckbares Schwarz anzulegen. Stattdessen gibt es eine im wahrsten Sinne des Wortes bunte Mischung aus Cyan, Magenta, Gelb und etwas Schwarz. Auch die anderen Farbtöne im Logo sehen nicht wirklich so aus als wären sie bewusst und mit System angemischt worden. Davon einmal abgesehen habe ich immer gelernt, bei einer Vektorgrafik in Illustrator vor dem Speichern alle überflüssigen Farbfelder in den Papierkorb zu ziehen. Wurd natürlich auch nicht gemacht.


    Man kann nur froh sein, dass diese Leute Werbung, Grafik und Medien machen. Da können diese zugekoksten Lackaffen mit ihrer wirklich unprofessionellen und grottenschlechten Arbeit zumindest niemanden umbringen. Man stelle sich nur vor, solche Stümper würden Flugzeuge konstruieren, Brücken bauen oder chirurgische Eingriffe durchführen.


    Man muss diesen ganzen Kreativ-Agenturen eigentlich dankbar dafür sein, unfähige Menschen zu binden und aus anderen Bereichen unserer Gesellschaft herauszuhalten, in denen sie sonst wirklichen Schaden anrichten würden.

  • Stimmt: Der BER! Das könnte tatsächlich so ein, von einem kreativen Hipster durchgeführtes Projekt sein. Milliarden in den Sand gesetzt, Zulieferer verprellt, Existenzen vernichtet, Jahre vergeudet aber wahrscheinlich ein total crazy und stylisch designtes Logo und ne Starbucks-Filiale.