Ideale Fotos für Websites

„Content is King“ – ohne Inhalt kein Nutzwert. Wenn wie im Artikel „Schreiben für das Internet“ Texte die Königsdisziplin sind, dann sind Fotos, Bilder und Grafiken die Disziplin der Königinnen. Es geht i.d.R. um gut aussehen :). Im Folgenden wird der effektive und sinnvolle Einsatz von Fotos gezeigt.

In diesem Artikel liegt der Schwerpunkt auf Fotos, die den Inhalt unterstützen. Für Bilder und Grafiken wird es einen eigenständigen Artikel geben. Es geht hier nicht um den 08/15 Einsatz – z.B. das typische „wir schütteln uns die Hände“-Bild. Solche Bilder finde ich persönlich einfach gelinde gesagt überflüssig (wenn nicht sogar zum „…“, da schon tausendmal gesehen und einfach nur Klischee). Aber das passende Foto zum Inhalt unterstützt den Text und macht diesen erst perfekt. Hier werden einige Kriterien gezeigt.

Zielsetzung und Zielgruppe

Was wir wollen, sind Fotos die „funktionieren“ und das Ziel der Websites unterstützen. Daher gilt für Bilder exakt dasselbe wie beim Text. Bevor ich irgendein Bild heraussuche, muss ich die Zielsetzung und meine Zielgruppe für die Website festlegen (siehe dazu den Artikel „Schreiben für das Internet“. Habe ich die Zielsetzung und die Zielgruppe, muss ich alle meine Bilder darauf hin überprüfen, ob es passt.

Warum Fotos auf Websites?

Der Mensch ist ein Augentier. Fotos sind schneller erfassbar als Text. Um den abgedroschen Spruch „1 Bild sagt mehr als 1000 Worte“ zu bringen. Manchmal ist allerdings die Frage, welche Eindrücke beim Betrachter entstehen. Wenn der Macher an etwas Positives dachte, beim einigen Betrachtern allerdings etwas Negatives im Kopf entsteht, ist es dumm gelaufen. Trotzdem sind Fotos eine gute Möglichkeit, Text aufzuwerten und schneller erfassbar zu machen.

Mit Fotos Neugier erzeugen

Mit Fotos kann man Neugier erzeugen. Manche Fotos zeigen nicht sofort ihre Aussage, weil untypisch oder relativ unbekannt. Bei folgenden Foto wird der Betrachter i.d.R. 2–3-mal hinschauen, da den meisten bisher unbekannt.

Drohne in der Luft

Bevor Sie sich jetzt lange überlegen, was es sein könnte und ob es doch UFOs gibt: Es handelt sich um eine Drohne für den Hausgebrauch, die man über ein iPad, iPhone oder Android-Handy selber steuert.

Merke: Neugier ist eine gute Motivation für Menschen weiter zu lesen.
Mit Fotos Einblicke ermöglichen, die sonst nicht (oder nur schwer) möglich sind. Viele Bereiche können vom Mensch nicht wahrgenommen werden, z.B. schnelle Bewegungen oder sehr kleine Dinge. Und hier ein entsprechendes Foto passend zum Inhalt bringen ist Gold wert. Einen Flügelschlag eines Vogels einzufrieren erzeugt Aufmerksamkeit beim Leser.

Flügelschlag eines Vogels

Oft werden Fotos für optische Zwecke genutzt

Alte Schuhe

Würde es auf der Website um den Verschleiß von Schuhen gehen, hilft als Aufmache ein Bild mit entsprechenden Schuhen. Typischerweise wird man dann ein kleines Bild, das das entsprechende Bild beim Betrachter assoziiert, verwenden. Schauen Sie sich solche Websites wie web.de an.

Hier wird man i.d.R. Klischees bedienen. Das wird auch im selben Kulturkreis funktionieren. Ob man dabei natürlich maßlos übertreibt und zu jedem Artikel und Anreißertext ein Bild bringt, sollte man sich überlegen, da jedes Bild auch Ladezeit benötigt. Zur Ladezeit und Geschwindigkeit der Website am Ende vom Artikel mehr.

Einfache schnelle Aussagen

Die Aussage eines Fotos sollte eindeutig und schnell sein. Daher ist wichtig, dass sich nicht zahlreiche verschiedene Aussagen in einem Bild verstecken. Im Text zu folgendem Bild könnte es um Freiheit gehen. Die Spannung um Bild wird durch die konträre Aussage von Stacheldraht und Vögel erzeugt.

Freiheit in schwarz/weiß

Das Bild wurde hier bewusst in schwarz-weiß gehalten, damit die Farbe keine Aussage machen kann (Farbe kommt später). Achten Sie auf die Linien. Wenn auch nur ein kleines Detail. Die Linie der Mauer geht von links nach rechts abwärts. Für die westliche Welt ist das die Bedeutung von Abstieg und somit negativ. Mit ein wenig Bildbearbeitung könnte man die Mauer grade ziehen oder aufsteigend machen. Je nachdem, welche Bildaussage man machen möchte.

Farbe der Fotos

Einfarbige monochrome Bilder

Oft problemlos auf einer Webseite einsetzbar sind einfarbige, monochrome Bilder. Teilweise werden auch einfach nur Bilder in einem bestimmten Farbton für Websites verwendet. Im Folgenden könnte es um Fahrradfahren in der Natur gehen. Außer Braun-Tönen gibt es keine weiteren Farben.

Fahrradfahren nach links

Auch in diesem Bild ist wieder die Richtung interessant. Der Fahrradfahrer (sichtbar am Lenker) fährt nach links. Fahrrichtungen von rechts nach links stehen für Vergangenheit. Probieren Sie selber den Eindruck am selben Bild, das hier gespiegelt dargestellt ist.

Fahrradfahren nacht rechts

Wie haben also bei jedem Foto immer verschiedenste Aspekte, die die Aussage beeinflussen. Das mag am Anfang noch komplex erscheinen, aber mit ein wenig Übung wird man schnell firm darin.

Farbton in Fotos

Auch der Farbton in einem Foto kann es bedrohlich oder freundlich machen. Unser Foto der Drohne einmal mit Gelbfilter und einmal mit Blaufilter.

Bildaussage durch Farbwahl

Gelb kommt bedrohlich. Was in diesem Beispiel durch den kräftigen Filter gut sichtbar ist, kann auch wesentlich sachter angewendet werden. Besonders bei Hauttönen muss unbedingt darauf geachtet werden, dass der Mensch einen natürlichen „gesunden“ Hautton hat!

Schärfe-Unschärfe

In der Fotografie ein übliches Mittel, um den Blick des Betrachters auf das Wesentliche (bzw. auf das Gewünschte) gelenkt wird. Hintergrund und andere, unwichtigere Bereiche sind unscharf. Diese lenken nicht mehr die Aufmerksamkeit auf sich und „stören“ somit nicht mehr die Bildaussage.

s/w-Foto mit Farbbereichen

Auch ein schönes Mittel um den Blick des Betrachters auf das Wesentliche zu lenken. Das Wesentliche wird in der normalen Farbe belassen, alles andere in s/w dargestellt. Dazu muss man natürlich die Bildbearbeitung bemühen, was aber keine größere Aufgabe darstellt.

Keine Wimmelbilder

Wichtig ist, dass man keine Wimmelbilder präsentiert. Wimmelbilder sind Fotos, die überfrachtet sind mit allem möglichen und die eigentliche Aussage bleibt auf der Strecke, da der Betrachter abgelenkt ist und eigentlich gar nicht weiß, auf was er achten soll.

Wie viele Fotos

Jedes Foto benötigt Zeit, bis es übertragen wird. Und hat man nur eine langsame Internetleitung, dann kann es schnell nervend werden. Daher lieber 1-2 für den Inhalt perfekt passende Fotos als viele. „Viel hilft viel“ stimmt meistens nicht.

Humor in Fotos

Humor in Fotos lockert auf. Schafft man es (wenn es das Thema zulässt), Humor und skurrile Situationen in Fotos zum Thema zu zeigen, dann gewinnt man mehr Leser (die humorfreien natürlich nicht).

Viel Spaß nun beim gezielt gute Fotos für die eigene Website Heraussuchen und Nutzen.